Literareon

Literareon auf der Münchner Bücherschau 2015

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Zufriedene Organisatoren

"Rund 20.000 Besucher kamen auf die Veranstaltungen des sechsten Literaturfests München − und rund 160.000 zur großen Buchausstellung im Gasteig, so die zufriedenen Organisatoren in ihrer Abschlussbilanz." (Börsenblatt)

Vom 18.11. bis zum 6.12.2015 fand das Literaturfest München zum sechsten Mal statt. Bestimmt wurde das Programm von den Schwerpunktthemen Flucht und Migration. Das Literaturfest, das die 56. Münchner Bücherschau, das von Albert Ostermaier kuratierte »forum:autoren«  und das Festprogramm des Literaturhauses mit seinem Markt der unabhängigen Verlage Andere Bücher braucht das Land umfasste, lockte auch diesmal zahlreiche hochkarätige und internationale Autoren in die bayerische Hauptstadt. Zudem wurde der mit 10.000 Euro dotierte Geschwister-Scholl-Preis an den kamerunischen Historiker Achille Mbembe vergeben. Dessen Buch »Kritik der schwarzen Vernunft« zeigt mit einer »Neuvermessung der Geschichte des Kapitalismus und der Globalisierung (...), dass der Rassismus keine normative Abweichung von der europäischen Aufklärung darstellt, sondern eines ihrer konstitutiven Momente darstellt. (...)« (Begründung der Jury) 

Wir freuen uns, Ihnen in diesem spannenden Rahmen auch die Neuerscheinungen von Literareon auf der Münchner Bücherschau präsentieren zu dürfen!

Dabei umfasst das diesjährige bunte Spektrum nicht nur mehrere Dimensionen, sondern auch Reisen in die Vergangenheit und Zukunftsmusik.

Johanna Rossa beschäftigt sich mit einem der ältesten und wichtigsten Texte der Welt. Bibelinteressierten Lesern ermöglicht sie mit ihrem Werk »Neugliederung der Bibel – Lesen, Verstehen« eine übersichtliche Zusammenführung von Bibeltext und Stammbaum, die durch die Lektüreeindrücke der Autorin aufgelockert werden. Einen regionalgeschichtlichen Beitrag leistet Annette Marquard-Mois mit ihrem Sachbuch »Von Kuinrisbach zu Kirschbacherhof«, indem sie 700 Jahre pfälzische Geschichte am Beispiel des Kirschbacherhofs aufarbeitet.

41737.jpgThaddäus A. Czerniks Roman »Nach drei Jahren« erzählt die Geschichte eines Mannes, der alles vergisst und sich auf die abenteuerlichste Suche macht, die man sich vorstellen kann: die nach sich selbst. Auch ein anderer Mann möchte verzweifelt Identitäten schaffen, wobei ihm jedes Mittel recht ist. Peter Näfs »Masken« entführt den Leser in die grauenhafte Welt Joe Gallikers, der Masken mit so viel Leben erschaffen möchte, dass andere dafür ihr Leben verlieren müssen. Düster geht es in M. Despinas Dystopie »Future Lullabies« weiter, in der drei Jugendliche im Jahr 4012, einer Zukunft, in der es Asche regnet und jeder sich selbst der Nächste ist, dennoch an das Gute im Menschen glauben.

41841.jpgEinen vergangenen Ascheregen, umso schrecklicher, da er tatsächlich stattfand, erlebte Ursula Elsner in der Dresdner Bombennacht vom 13. auf den 14. Februar 1945. Ihre Erinnerungen, die die Zeitzeugin in »Unvergessen« mit den Lesern teilt, muten tatsächlich fast fantastisch an, sind aber ein wertvoller Tatsachenbericht, der das Grauen jener Tage heraufbeschwört. Auch Harald Fux erzählt von einem Schicksal in den Wirren des Krieges und setzt damit seinem Ururgroßvater, der im Deutsch-Französischen Krieg kämpfte, ein Denkmal. Sein Lebensweg, der in »Die Wurzeln« erzählt wird, zeigt seinen Werdegang vom Dorfschneider zum Offizier. In »Syrensfera«, dem Fantasydebüt von Roger Weishaupt, kann der junge Ikar den Verlust seines Bruders, der nach einem Überfall spurlos verschwindet, nicht verschmerzen. Als nach Jahren ein mysteriöser Greis mit einem Hinweis auf den Verbleib des Jungen auftaucht, greift Ikar sofort nach diesem Strohhalm – ohne zu wissen, wem oder was er sich entgegenstellt.

41702.jpgDoch die Literareon-Autoren schaffen es nicht nur, wie dieser erste Einblick vermuten lässt, schwere, drückende Bilder zu erzeugen. Viele, wie Arezo Schakeri Mohensi mit »Ewigkeit«, sind Ratgeber, die den Leser zu einer positiveren Lebenseinstellung führen und einen Weg zu harmonischem interkulturellem Zusammenleben aufzeigen. Lilian Lötschers Debüt »Kontakt über den Tod hinaus. Begegnungen während der ersten acht Jahre« befasst sich mit dem wohl schlimmsten denkbaren Schicksalsschlag: der Tod einer nahestehenden Person. Hoffnungsvoll und lebensbejahend zeichnet sie den Weg einer Trauerarbeit nach, der zurück ins Leben führt.

41833.jpgAuch Christine Gamsreiter ist eine dieser Autoren. Neben der zwischenmenschlichen Ebene betont sie die Wichtigkeit eines liebevollen Umgangs mit Tieren und liefert in »Tierlieb und vegan in die fünfte Dimension« einen Denkanstoß für ein Leben im Einklang mit Tier und Natur. Ganz nebenbei versorgt sie den Leser dabei mit leckeren Rezeptideen für Körper und Geist. Tamina Vedan befasst sich auf ähnliche Weise mit Parallelwelten und ihren Geheimnissen: »Über den Rand. Erlebnisse mit einer anderen Wirklichkeit« erzählt von den übersinnlichen Potentialen, die in jedem Menschen schlummern und nur darauf warten, in die Tat umgesetzt zu werden. Ganz im ›echten‹ Leben verwurzelt ist Enrico Danielis »Splitter III«, das Einblicke in das Leben eines Menschen mit erhöhter Sensibilität erlaubt und zeigt, welche Schwierigkeiten im Alltag auftreten können, wenn man empfindsamer ist als andere.

Auch zwei Autobiografien haben ihren Weg in unser Verlagsprogramm gefunden.

41681.jpgE. Haacks spannende Lebensgeschichte »Meine Erlebnisse im Ausland«, die ihn unter anderem nach Ägypten und in den Iran geführt hat, trumpft mit Einblicken in seinen Alltag auf, der schon mal eine provisorische Hochzeit verzeichnen kann. Dabei stand jedoch der Einsatz für andere Menschen stets im Vordergrund. So auch bei unserer nächsten Autorin, Christa Jochum, die die Organisation KINDER-Not-Hilfe-SAAR e.V. gründete, um behinderten oder schwerkranken Kindern aus Krisengebieten helfen zu können. Sie selbst nahm die kleine Sabrina aus Afghanistan bei sich auf und erzählt in »Einfach so bist du in meinem Herzen« gefühlvoll von einem interkulturellen Geben und Nehmen, das man als beispielhaft bezeichnen könnte.

41869Doch auch Europa lädt ein zu kleinen Abenteuern: Friedrich Köck entführt den Leser mit »Wer A sieht kann auch B sehen – ein atmosphärisches WIEN-Buch –« in die österreichische Hauptstadt und erlaubt überraschende und vielseitige Einblicke in die Geschichte und Kultur Wiens. Ben, der Protagonist aus Matthias Schmitts »Die fantastische Welt der Träume« fährt hingegen nach Paris, wo er überraschend die Frau trifft, von der er bereits seit einiger Zeit träumt. Als sie herausfinden, dass er in ihren Träumen ebenfalls vorkommt, gehen sie dem Rätsel auf den Grund, denn auch andere sind betroffen …

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Zwischen 8 und 23 Uhr war die Bücherschau im Gasteig München geöffnet und bei freiem Eintritt jedermann zugänglich. Unser Regal erlaubte gemütliches Stöbern und Schmökern. Wir und unsere Autoren freuen uns über die vielen Besucher, die den Weg zu unserem Regal auf der Bücherschau gefunden haben!