Literareon

Literareon auf der Münchner Bücherschau 2016

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Literaturfest München

Vom 10. bis 27. November 2016 lud das Literaturfest München zum siebten Mal zur medialen Weiterbildung ein. Trotz der Schwerpunktthemen Krieg, Gewalt und Terror konnten Besucher von einem vielfältigen literarischen, musikalischen und filmischen Programm profitieren. Das Literaturfest beinhaltete die 57. Münchner Bücherschau sowie das von Albert Ostermaier kuratierte »forum:autoren« und das Festprogramm des Literaturhauses mit seinem Markt der unabhängigen Verlage »Andere Bücher braucht das Land«. Zahlreiche bekannte und internationale Autoren besuchten im Rahmen dieser Veranstaltung die bayerische Hauptstadt. Zudem wurde der französischen Journalistin Garance Le Caisne der mit 10.000 Euro dotierte Geschwister-Scholl-Preis verliehen: Ihr Buch »Codename Caesar. Im Herzen der syrischen Todesmaschinerie« beschäftigt sich mit dem syrischen Fotografen Caesar, der trotz Lebensgefahr die Morde des Assad-Regimes fotografisch festhielt und veröffentlichte. »Der Geschwister-Scholl-Preis zeichnet Werke aus, die ›dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse geben‹. ›Codename Caesar‹ tut dies auf überragende Weise, unter höchstem persönlichem Risiko und mit möglicherweise völkerrechtlichen Konsequenzen für die Täter. Menschen wie Caesar und wie die [Autorin], die ihm eine Stimme gibt, sind unverzichtbar, wenn man die inneren Mechanismen einer Diktatur verstehen will und wenn den Opfern eines Tages Genugtuung verschafft werden soll.« (Ausschnitt aus der Begründung der Jury)

Neuerscheinungen und Highlights von Literareon auf der Münchner Bücherschau

Dieses Jahr dürfen wir Ihnen ein besonders vielfältiges Spektrum an Literatur präsentieren: Von Kinderbüchern über Gedichtsammlungen bis hin zu Autobiografien.

Das Kinderbuch »Die Abenteuer der kleinen Fee Amanda. Echte Freundschaft« von Ursula Scherrer-Thoma erzählt anhand von schönen Bildern die Geschichte der müllsammelnden Fee Amanda und ihrem Freund, dem Uhu Sebastian. Auch Marinna Rebers »Jannchen und die Schnecken« transportiert eine wichtige Botschaft: Nachdem Jannchen entsetzt feststellen muss, dass Schnecken ihren Salat gefressen haben, beschäftigt sie sich intensiv mit ihrem Garten und entwickelt dabei Empathie selbst mit den gefräßigen Schnecken.

»The great journey called life. A Memoir«, beziehungsweise »Die große Reise, die Leben heißt. Erinnerungen«, ist ein Lebensbericht von Konrad M. Weis, der den Zweiten Weltkrieg als Schulkind und Soldat erlebte, später nach Amerika auswanderte, wo er mit offenen Armen empfangen wurde, und in verschiedenen Berufen viel Lebenserfahrung sammeln konnte. Christine Ruth Klepacz hingegen zog aufgrund eines Arbeitsauftrags mit ihrem Mann nach Saudi Arabien: In »Am Rand der Unsichtbarkeit. Vier Jahre im Königreich Saudi Arabien« beschreibt sie tiefgreifend und ausführlich die uns so fremde Kultur.

In ihrem Buch »Der Weg durch die Zeit. Dialog mit David Allan Lewi« führt Anna Maria Christine Berthel uns mithilfe ihres Zweiten Gesichts durch Erinnerungen an ihre vergangenen fünf Leben und ihre wiederholten Begegnungen mit David Allan Lewi. Auch die Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin, Gabriele Kürzinger, beschäftigt sich mit Leben: Anhand ihrer drei Blitzgeburten an drei verschiedenen Orten – Auto, Zuhause und Klinik – erklärt sie in »Bauchgefühl – keine Angst vorm Leben«, warum man keine Angst haben muss vor diesem neuen Leben mit Kind.

In »Die fantastische Welt der Träume« entführt uns Matthias Schmitt nach Paris, wo Ben und Giulia, die voneinander geträumt haben, sich tatsächlich zum ersten Mal gegenüberstehen – der Beginn einer spannenden Suche nach Antworten und die Chance auf die große Liebe. Im einfühlsamen Liebesdrama »Flüsternde Birken in hellen Nächten« von Elena DuMont hingegen, besteht die Gefahr des Verlusts dieser Liebe: Elena und Peeter finden nach 40 Jahren endlich zueinander, doch dann wird Peeter schwerkrank.

»Die letzten Tage der Menschheit. Eine Graphic Novel nach Karl Kraus«, illustriert von David Boller und herausgegeben von Dr. Reinhard Pietsch und Karl Kraus, erweckt den Ersten Weltkrieg anhand zynischer, grausamer und absurder Szenen wieder und wirkt erschreckend aktuell im Hinblick auf das Weltgeschehen. Auch teils witzig, doch meist informativ, sind die Betrachtungen und Anekdoten Helmut Bruchners in seinem Roman »Kritische Essays zur Zeitgeschichte und Erinnerungen an die Nachkriegszeit«, in welchem er sowohl das heutige als auch vergangene Weltgeschehen thematisiert.

Ursula Elsner beschreibt in »Unvergessen« ein unvorstellbares Grauen: In der Nacht auf den 14. Februar 1945 zerstört eine Bombe ihr Haus in Dresden und sie überlebt den verheerenden Angriff entgegen aller Widrigkeiten auf offener Straße – hilflos an eine Straßenlaterne geklammert. Auch der fesselnde Bericht über die Kriegs- und Nachkriegszeit »So war es … es war halt so« von Renate Horn lässt den Leser erleben, was heute unvorstellbar ist, doch trotz der Tragik schließen beide Werke mit einer positiven Einstellung zum Leben. Sabine Auerbach beschäftigt sich mit dem Höhepunkt der Hoffnung: In ihrem Roman »Unverhoffte Morgengabe« kann die Protagonistin nach zehn Jahren Einreisverbot im Zuge der Wiedervereinigung endlich ihren Heimatort und ihre Familie wiedersehen.

»Wer war Jesu? Jude oder Christ?«, fragt sich Johanna Rossa. Nach der gründlichen Untersuchung des Alten Testaments beschäftigt sie sich nun mit dem Neuen Testament, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Ein weiteres Sachbuch, »Die Netzwerker-Fibel. Erfolgreiche Unternehmer berichten«, herausgegeben von Stefan Kaus, sammelt Erfahrungen über Netzwerken – das Bilden von Geschäftspartnern – von 20 erfolgreichen Experten.

»In der Pracht der Liebe«, der zweite Band der afghanischen Autorin Arezo Schakeri Mohensi, sammelt ihre ergreifenden Gedichte über Liebe und Natur. Enrico Danieli hingegen beschäftigt sich in seinem Werk »In Dämmerungen – Nachtportraits« intensiv mit der Nacht und den damit verbunden Emotionen – allen voran Traurigkeit und Nostalgie.

»Tau« ist eine expressionistische Kurzgeschichtensammlung der Autorin Elena Lorscheid, die Fakt und Fiktion vermischt zu einem Niederschlag aus Wörtern. Eine weitere Sammlung von Kurzgeschichten findet sich in »Völlig losgelöst von der Erde. Mystische Kurzgeschichten« von Christine Füller: Märchen für Erwachsene, die zum Nachdenken anregen und Hoffnungen wecken.

Die langjährige Poetry Slammerin und Gewinnerin des Wettbewerbs »Slam the f***ing Poetry« im Jahr 2014, Marsha Richarz, veröffentlicht in ihrem Werk »Wort ist ihr Hobby« erstmals eine Sammlung ihrer Texte – erfrischend anders. Auch die Gewinner unserer Kurzgeschichten-Wettbewerbe wurden in den Sammelbänden »kunterbunt. Kurzgeschichten-Wettbewerb 2014/15«, »Freiheit. Kurzgeschichten-Wettbewerb 2015/16« und »Spiegel. Kurzgeschichten-Wettbewerb 2015/16« ausgestellt.