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Aslam Ahmed: Die Reise in die Bildung

Aslam Ahmed

Die Reise in die Bildung

Aslam Ahmed erzählt in seiner Autobiografie, die er selbst als zum Teil fiktiv bezeichnet, von seiner schwierigen Kindheit, die er überwiegend in England und Pakistan verbracht hat. Harte Zeiten bestimmen Aslam Ahmeds Leben: Als Opfer sexueller Gewalt erkrankt er an Dyslexie und hat sowohl Probleme mit dem Sprechen als auch mit dem Schreiben. Aufgewachsen ohne Mutter, untergebracht in verschiedenen Kinderheimen und immer auf Reisen fühlt sich Aslam Ahmed nirgends Zuhause. Auch Ungerechtigkeiten des indischen Kastensystems thematisiert der aus einer niedrigen Kaste kommende Autor. Die Autobiografie zeigt, wie wichtig Bildung ist und wie privilegiert man ist, wenn man diese genießen darf. Gleichzeitig demonstriert der Autor, was einem Menschen alles gelingen kann, wenn er es nur wirklich will: Heute spricht und schreibt Aslam Ahmed, der einstige Analphabet, in fünf Sprachen.
Ein bewegendes und dramatisches Buch, das wichtige Themen der Gesellschaft behandelt.

  • broschiert: 324 Seiten
    Format: 21 x 13,5
    ISBN 978-3-8316-2033-3
    Erschienen: 14.02.2018

    22,90 €

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Über den Autor

Aslam Ahmed ist am 24 August 1961 in Aylesbury, Grafschaft Buckinghamshire, England geboren. Ab seiner Geburt nahm sein Leben eine unendliche Reise der Erlebnisse, die der Autor in den vorangegangenen Jahren bitterer Erfahrungen durchmachen musste. Er wuchs gleich nach seiner Geburt in verschiedenen Kinderheimen in England auf. Mit fünf Jahren wurde er nach Pakistan geschickt. Dort verbrachte er fünf bis sechs Jahre, bis er eines Tages wieder nach England zurückgebracht wurde. Aus finanziellen Gründen erhielt er keine schulische Bildung, weil die Familie in Pakistan bitterarm war. Nach England kehrte er mit nichts zurück und schon wieder, zum zweiten Mal, landete er in einem Kinderheim. Mit 21 Jahren, in München, absolvierte er eine Sonderschule, wo er zum ersten Mal lesen und schreiben lernte. Bei der Volkshochschule machte er einen qualifizierten Schulabschluss unter harten Bedingungen. Durch diverse Tätigkeiten gelang es ihm, die Welt der Schrift kennenzulernen.

In Paris machte er eine Lehre zum Hotelfachmann, obwohl er niemals eine französische Schule besucht hatte. Von Paris aus ging seine Reise nach Málaga, Spanien. Dort besuchte er die Garcia Lorca Schule, um Spanisch zu lernen. Die zwei Monate halfen ihm, in die spanische Grammatik einzutauchen. Nach dem Sprachkurs blieb er drei Monate weiter in Torremolinos, wo er als Barmann beschäftigt gewesen war. Irgendwann, kurz vor Wintereinbruch an der andalusischen Küste, kehrte er nach Paris zurück, packte er sein weniges Hab und Gut ein und verließ die Stadt der Liebe für immer. Mit seinem PKW rollte er in die geteilte ehemalige Hauptstadt Berlin ein, und dort ließ er sich eine Zeit lang nieder. Die Verwandlung der vereinten Stadt zwischen Ost- und West-Berlin erlebte er hautnah, weil er fast ein Jahr in Prenzlauer Berg, Ost-Berlin, selber wohnhaft war. Am Ku’damm verkaufte er Sachen, die er selber bastelte, um sich über Wasser zu halten. Irgendwann und peu à peu ging ihm das Geld aus. Nur knapp hatte er das Geld gehabt fürs Benzintanken, damit er irgendwie München erreichen konnte. Mit einem Hundertmarkschein in seiner Tasche kehrte er nach München ein. Ohne wirkliche Bleibe und Arbeitschance setzte er seinen Fuß in die bayerische Hauptstadt München. Nach einer harten und intensiven Suche nach einer Arbeit, begegnete ihm eine. Von da an konnte es nur vorwärts gehen für diesen Autor, der auf unebenen Straßen des Lebens ging. Er erblickte endlich den richtigen Weg, um im Leben weiter zu kommen. Durch seine vielfältige Lebenserfahrungen und seine Sprachbegabung gelang es dem Autor, eine Arbeit am Münchner Flughafen zu bekommen. Der Rest ist Geschichte.

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